Eph. 2,11-22

Mauern überwinden - Wege zum WIR

Predigtkonzept - zur freien Verfügung

Eph 2,11-12

11 Vergesst nie, dass ihr früher Heiden gewesen seid und man euch verächtlich die
«Unbeschnittenen» nannte
 Die Juden wollten sich als «Beschnittene» von euch unterscheiden,
 obwohl ihre Beschneidung nur von Menschen durchgeführt wird und
nicht mehr als ein äusseres Zeichen ist.

12 Ihr habt damals ohne Christus gelebt und wart ausgeschlossen von Gottes Volk. Darum galten
 für euch die Verheissungen Gottes nicht, die er seinem Volk gegeben hatte. Ohne jede Hoffnung
 und ohne Gott habt ihr in dieser Welt gelebt.

Eph 2, 11-12 Die Ausgangssituation:

Die Mensch waren getrennt von Gott. Ohne Hoffnung und ohne Verheissungen von Gott getrennt.
Auf der  Suche nach Heil waren sie in verschiedensten Mysterienkulten verstrickt.
Aber die Menschen waren auch voneinander getrennt

Es gab im Prinzip 2 Gruppen:
Die Beschnittenen und Unbeschnittenen.
Juden und Heiden. Wobei die einen die anderen abfällig Unbeschnittene nannten.
Und sich auf das äussere Zeichen der Beschneidung verliessen. Aber Paulus sagt klar: das ist nur ein äusseres Zeichen.
Aber beide sind in Wirklichkeit im selben Boot, das ohne Jesus in den Abgrund fährt.

Die einen ohne Hoffnung, die anderen mit der trügerischen Hoffnung eines äusseren Zeichens.
Damals die Beschneidung heute z.B. der Taufschein. Beide Gruppen aber kennen
Christus und die durch ihn geschenkte Erlösung nicht.

Man kann dies Verse in unsere heutig Zeit so übertragen:

  • Die Religiösen und die ohne relig. Bekenntnis, aber auch:
  • In- und Ausländer
  • Und überlegen wir einmal hier in der VM: wir haben hier viele Ausländer:
  • Wir haben die Aline aus der Schweiz, Günter und Cony aus Deutschland, Heinrich aus Graz 
    und Erwin kommt ursprünglich aus dem 10. Hieb. Aber da gibt es nun mehr Unterschiede die uns gegenseitig zu
    Ausländern machen. Da gibt es Alt und Jung. Frauen und Männer, die wie von zwei verschiedenen Planeten Venus
    und Mars sind. Da gibt es unterschiedliche Herkunftsfamilien: Grossfamilie, Einkind-familie, aufgewachsen nur mit
    einem Elternteil oder mit einem Stiefvater oder Mutter. Akademiker, Arbeiter und vieles mehr und wir sprechen
    oft sogar eine unterschiedliche Sprache, wenn wir an den Bestseller: die fünf Sprachen der Liebe denkt.
  • Hören wir doch einmal wie tatsächlich fremde Sprachen auf uns wirken...
  • (Vorlesen lassen:)
  • Japanisch
  • Türkisch
  • Französisch
  • Alle 3 haben das Vater unser vorgelesen, aber wir haben nichts verstanden.
  • Obwohl wir einen gemeinsamen Vater , unseren Vater haben gibt es – aus unterschiedlichen Gründen – Unverständnis
     in der christlichen Gemeinde damals in Ephesus und auch heute hier bei uns in der Volksmission oder in anderen
     christlichen Gemeinden. Es sind Mauern die überwunden werden müssen, damit Wege zum WIR. Wege zur
    Gemeinschaft in Christus begangen werden können.
  • Und dieses WIR ist wichtig.
  • Wir leben in einer Kultur in der das ich – also die Individualität – sehr hoch gehalten wird. Es gibt massenweise
     Rategeber, die dir sagen wie du persönlich dein ich, dein Leben selbst besser in dem Griff bekommen kannst.
    Diese ICH -Bezogenheit wirkt auch in unseren Glauben und unsere Gemeinschaft hinein. Und wir lesen die Bibel
     oft viel mehr ICH bezogen ob wohl z.B. im Epheserbrief immer wieder von ihr und wir die Rede ist. Wir tun uns
     auch z.B. schwer, wenn wir in der Bibel lesen das jemand mit seinem ganzem Haus zusammen zum Glauben kommt !
     Etwas was wir in unserer heutigen Ego-zeit kaum nachvollziehen können. Natürlich ist es wichtig zu einem
     persönlichen Ja zu Christus zu kommen, aber man darf dabei nicht auf dem halben Weg stehen bleiben (Engelskala).
    Aus dem persönlichen ich in Christus muss im laufe einer gesunden geistlichen Entwicklung schliesslich ein WIR in
    Christus werden.
  • Rick Warren schreibt in seinem Buch „Leben mit Vision“ sehr herausfordernd dazu:
  • „Ich kann nicht behaupten, dass ich wirklich zu Jesus Christus gehöre, wenn ich nicht verbindlich zu einer Gruppe von
    Christen gehöre.... Wenn wir in Liebe als Gemeindefamilie aus unterschiedlichen sozialen Schichten und ethnischen Kulturen zusammenkommen, dann ist das ein ausdruckstarkes Zeugnis für diese Welt.“
  • Es gibt im Prinzip drei Mauern , die überwunden werden müssen, damit eine christliche Gemeinschaft funktioniert:
  • Erste Mauer: Die Beziehung zu Gott.
  • Ohne jede Hoffnung und ohne Gott habt ihr in dieser Welt gelebt.
    13 Aber weil Jesus am Kreuz sein Blut vergossen hat, gehört ihr jetzt zu ihm. Ihr seid ihm jetzt nahe,
    obwohl ihr vorher so weit von ihm entfernt lebtet.
    14 Durch Christus haben wir Frieden
  • Durch Jesus Christus ist nichts wie es früher einmal war.
  • Frieden statt Hoffnungslosigkeit
  • Nähe zu Gott statt Gottferne
  • Gott kennen statt mühsam deuten und dünkeln.
  • Kind Gottes sein, statt Sklave von Kulten und religiösen Pflichten.
  • Man kann es sich nicht oft genug vor Augen halten wie wichtig es ist, dass diese Mauer zu Gott durch Jesus Christus gefallen ist.
    Das ist etwas absolut grossartiges und gewaltiges. Nur wir haben ein Problem, wir gewöhnen uns leicht an wunderbares und
     vergessen die Einzigartigkeit oder betrachten es alltäglich. Wer zum ersten Mal am Meer steht ist überwältigt, nach 14d findet
     man schon nix dabei, dass das Meer rauscht und am Horizont nur mehr Himmel zu sehen ist.
  • Ich denke auch, das dies mit manche Kirchen geschehen ist. Sie sind zu Verwaltern geworden und es fehlt diese besondere
    Begeisterung für diese Tatsache!
  • Jesus hat die Mauer überwunden, der Weg zu einer Beziehung zu Gott ist frei.
  • Aber wir brauchen nicht auf andere zeigen.
  • Was ist mit uns, was ist mit dir?  Im Gottesdienstheft gibt´s  bei „persönlichen Notizen“: den Punkt: Ermahnung.
     Ist dieser Abschnitt vielleicht eine Ermahnung für dich. Jesus – alltäglich. Was bewegt sich in deinem Herzen?
    Begeisterung – oder ...nichts? Lass dich neu erinnern, neu entflammen, lass das geknickte Rohr wieder neu aufrichten:
  • Durch Jesus hast Du Frieden.
  • Durch Jesus haben wir alle, die wir hier sind Frieden. Einen gewaltigen Frieden, der  die Welt überwunden hat und
     den niemand überwinden kann.
  • Dies Begeisterung oder neue wieder gefundene Begeisterung durch Jesus ist wichtig für die Überwindung der zweiten Mauer:
  • Zweite Mauer: Die Beziehung zu anderen:
  • Oder besser gesagt die Beziehung zueinander in einer Gemeinde.
  • 14 Durch Christus haben wir Frieden. Er hat Juden und Heiden in seiner Gemeinde vereint und die
    Mauer niedergerissen, die trennend zwischen ihnen stand. Sie sind nun sein Volk. Als er sein Leben
     opferte, hat er ihre Feindschaft beendet.
    15 Denn die Mauer war das jüdische Gesetz mit all seinen Geboten und Forderungen, und dieses Gesetz
    hat er endgültig ausser Kraft gesetzt. Durch Christus leben wir nicht länger voneinander getrennt, der
    eine als Jude, der andere als Heide. Als Christen sind wir eins. So hat er zwischen uns Frieden gestiftet.
    16 Christus ist für alle Menschen am Kreuz gestorben, damit wir alle Frieden mit Gott haben. In seinem
     neuen Leib, der Gemeinde Christi, können wir nun als Versöhnte miteinander leben.
  • Dieser Friede hört nicht bei dir persönlich auf. Es geht nicht nur um einen individuellen Frieden ( der aufhört sobald mir
    andere auf den Wecker gehen und meine Kreise stören ). Es geht um einen Frieden der ein Miteinander bewirkt, das man
     sonst nicht für möglich hält.
  • Unlängst waren Mouna und ich bei einer Hochzeit von zwei sehr unterschiedlichen Menschen. Nicht nur in der Größe
    und der Herkunft und Prägung sind die zwei verschieden, auch im Charakter sind Braut und Bräutigam sehr unterschiedliche
     Typen. Und so der schenkte Pfarrer dem Ehepaar eine Schokolade in der etwas drinnen war, was man geschmacklich nicht
    für zusammenpassend halten würde: Schokolade mit Pfeffer und Annanas.
  • Durch die Kunst des Schokoladiers wird dadurch eine geschmacklich gelungene Kombination.
  • Das ist es was auch Gemeinde sein soll: Pfeffer uns Annanas finden zusammen.
  • Durch Christus und die Kraft der Liebe und Vergebung wird ein Miteinander der unterschiedlichsten Typen möglich.
  • Das war das, was meine Schwägerin angesprochen hat als sie die Menschen in VM anlässlich unserer Hochzeit kennengelernt hat. Wörtliches: Da sind ja die unterschiedlichsten Typen dabei.
  • Da gibt es nicht mehr Juden und Heiden. Ausländer und Inländer. Ehepaare, Singels, Familien. Kinder, Jugendliche,
    Erwachsene,
    Angestellte,Arbeiter, Arbeitslose, Senioren, Österreicher, West-Europäer, Ost-Europäer, Südosteuropäer, Wiener ,Tiroler,
    Asiaten, Afrikaner Amerikaner ......
  • Alle sind durch Christus vereint. Aus zwei ( Juden und Heiden ) hat Jesus eins gemacht. Es ist ein Wunder, das wir
    festhalten dürfen, das wir uns immer neu bewusst machen müssen. Das gilt es fest zu halten.
  • Das ist der neue Leib! Dadurch unterscheidet sich eine lebendige christliche Gemeinde von einem Club von Gleichgesinnten.
    Je mehr wir dieses ausleben, umsetzten können, um so mehr entsprechen wir dem Willen Gottes.
  • Und wir dürfen hier nicht meinen, dass es einfach geht.
  • 1)Die Karmelmission war ja unlängst hier in der VM: Wisst ihr welches Problem Moslems haben, die Konvertieren
    und zum Glauben kommen? Sie werden aus ihrer Familie und Gemeinschaft ausgeschlossen und sie werden von den
    traditionellen Kirchen nicht in die Gemeinschaft aufgenommen. Die traditionellen Christen sind misstrauisch gegenüber
    den Konvertierten. Sie haben Angst, ob sie vielleicht nur ausspioniert werden, oder sie haben Angst  um ihre Töchter, oder dass sie dadurch selber Verfolgung erleiden. Aber wieder gilt nicht nur auf andere zeigen.
  • 2) Vor einigen Jahren hatten wir einen Afrikaner hier bei uns und viele Probleme im Zusammenleben mit ihm. Und welche
     glorreiche Idee hatte ich?
  • Ich kannte damals einen anderen afrikanischen Christen, der in einer afrikanischen christlichen Gemeinschaft dabei war.
    Und ich wollte unseren Afrikaner dorthin -weg von uns -vermitteln, weil er sich ja so schwer mit uns tat. Heute wundert
    es mich nicht mehr , warum er zu dem vereinbarten Treffen nicht gekommen ist.
  • 3)
  • Pro Christ in der LugnerCity: Wer wird dort sein ? Was werden wir tun, wenn sich dort türkische Jugendliche oder
     serbokroatische Mütter sich bekehren. Wollen wir sie ebenfalls vermitteln, oder ihnen versuchen Gemeinschaft anzubieten?
  • Pro Christ in der LugnerCity wird für uns eine grosse Gelegenheit, aber auch eine grosse Herausforderung , das zu
    verwirklichen was hier steht:
  • 16 Christus ist für alle Menschen am Kreuz gestorben, damit wir alle Frieden mit Gott haben. In seinem neuen
    Leib, der Gemeinde Christi, können wir nun als Versöhnte miteinander leben.
  • Wie können wir nun als Versöhnte miteinander leben? Das bringt uns zur dritten Mauer:
  • Die dritte Mauer: Die Beziehung zu dir selbst.
  • 17 Christus ist gekommen und hat seine Friedensbotschaft allen gebracht
  • Wir müssen erkennen, das wir in uns selbst Mauern und Blockierungen haben. Wir erkennen - vor allem auch je länger
    wir mit Jesus unterwegs sind – das in uns Vorbehalte, Ängste, Verwundungen und vieles mehr in uns drinnen steckt.
    Jeder einzelne ist ein Konglomerat aus verschiedenen Erlebnissen, Gefühlen, Verletzungen, schönen und schlechten Erinnerungen.
  • Nun aber ist Christus gekommen und hat seinen Frieden gebracht für alle also auch für dich.
  • Der Weg zu Gott und zu anderen ist durch Jesus offen, aber er ist auch zu dir selbst offen! Heilung ist möglich !!
    Ein Heilungsprozess, der vielleicht ein ganzen Leben andauert und der dich mehr und mehr in den Frieden Christi
    hineinbringt. Das also sind die drei Mauern die durch Christus überwunden werden. Als befreite Menschen dürfen
     wir das WIR in Christus erleben!

17 Christus ist gekommen und hat seine Friedensbotschaft allen gebracht, die fern von Gott lebten, und allen,
die nahe bei ihm waren.
18 Durch Christus dürfen jetzt alle, Juden wie Heiden, vereint in «einem» Geist, zu Gott, dem Vater, kommen.
19 So seid ihr nicht länger Fremde und Heimatlose; ihr gehört jetzt als Bürger zum Volk Gottes, ja sogar zu
seiner Familie.
20 Als Gemeinde Jesu Christi steht ihr auf dem Fundament der Apostel und Propheten. Doch der Stein, der dieses
 Gebäude trägt und zusammenhält, ist Jesus Christus selbst.
21 Auf ihm ruht der ganze Bau, dessen Teile, untereinander fest verbunden, zu einem Tempel Gottes heranwachsen.
22 Auch ihr seid ein Teil dieses Baus, in dem Gottes Geist wohnt.

Die Mauern beginnen zu bröckeln, wenn Christus in unser Leben kommt, wenn wir ihn einlassen, dann kommt Licht
und Farbe in unser Leben: Wir dürfen Leben als Bürger eines ganz besonderen Volkes, ganz egal woher wir kommen und
welche Geschichte wir hinter uns haben. Wir dürfen leben in einer neuen Familie, ganz egal ob wir früher in einer Familie
gelebt haben, oder aus welchen sonstigen
Verhältnissen wir kommen. Wir dürfen in aller Eigenheit in aller Individualität eingefügt sein im Tempel Gottes.

Denn durch Christus sind wir fähig gemacht: Wir müssen nicht mehr Mauern aufbauen sondern einen Tempel bauen.
Zur Ehre Gottes dürfen wir uns einfügen, zusammenfügen, einbauen lassen.

Und wir sind unterschiedlich: Der eine von uns ist wie ein riesiger Klotz, der im Fundament alles tragen muss.
 Der anderer ein zerbrechlicher Ziegelstein. Der Baumeister des Tempels fügt alles perfekt zusammen, so das alles passt.
WIR sind Teil des Bauwerkes Gottes. Und dazu fällt mir dieser Tempel ein.

Die Sagrada Familia. in Barcelona 1882 begonnen 40 Jahre lange von Gaudi geplant und von  vielen gebaut.
 Mit Beton, Gips, Mosaiksteinen und sogar mit zerschlagenen Bierflaschen für Ornamente. Die Fertigstellung wird noch
70 bis 200 Jahre dauern. Sie ist eine Baustelle und  unfertig und oft von Baulärm erfüllt und doch:

 Ist sie jetzt schon ein wunderschönes Bauwerk zur Ehre Gottes und das wollen wir auch sein

WIR ein Tempel zur Ehre Gottes. Amen.


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